Zeitgenössische Gartenkunst auf ehemaligen Halden und Deponien

„Beide Parks sind Vorzeigeprojekte der gartenkünstlerischen Umnutzung eines ehemaligen Halden- bzw. Deponiegebietes“, so SdG-Vorstandsvorsitzender Michael Frinke, „die einen wichtigen Beitrag zur Standortattraktivierung leisten und von Einheimischen und Gästen begeistert angenommen werden“. 
Der Neuland-Park in Leverkusen öffnete 2006 seine Pforten. Das Besondere an dieser 22 Hektar großen Anlage ist ihre Geschichte: die Grünfläche, die Leverkusen wieder an den Rhein zurückbringt, war jahrzehntelang eine Werksdeponie der Bayer AG. Nach umfangreichen Sanierungs- und Abdichtungsarbeiten fand dort im Jahr 2005 die Landesgartenschau NRW statt.
Besondere gärtnerische Höhepunkte des Neuland-Parks sind die vielen Haus- und Themengärten, so laden der traditionelle „Eifelgarten“, der „Rosengarten“, der „Hexengarten“ und der „Feng-Shui-Garten“ zum Schauen und Staunen ein. „Neuland entdecken“ bedeutet in Leverkusen auch „Grenzen überwinden“. Drei neue Brückenbauwerke sind zur Landesgartenschau entstanden: Sie überwinden die vielbefahrene Rheinallee, queren das Flüsschen Dhünn und leiten in luftiger Höhe über die Themengärten und bieten eine Aussichtsplattform auf den Rhein.
Heute ist der Neuland-Park ein beliebtes Naherholungsgebiet. „Betreten ausdrücklich erlaubt“ heißt es nicht nur bei den Rasenflächen, sondern auch bei den vielen Spielgeräte, die lustige Namen wie „Fontänenhüpfer“, „Das große Kuddelmuddel“ oder der „Kletterdrache“ mit Wasserspiel tragen.
Auch der CarlAlexanderPark in Baesweiler ist ein junges Projekt. Auf der mehr als 80 Hektar großen Fläche der 1975 geschlossenen Carl-Alexander Zeche entstand der Park als zentrales Projekt der Grünmetropole im Rahmen der EuRegionale 2008. Die grundlegende Idee war eine Mischung aus Natur, Erholungs- und Freizeitgebiet sowie gewerblicher Nutzung.
Der Haldenkörper ist seit 2005 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Besucher sind nur auf Teilflächen zugelassen, da wesentliche Flächen der Halde als Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen reserviert sind. Die Besucher werden über das „Bergfoyer” und den „Schwebesteg” teilweise durch Baumkronen zum Aussichtspunkt auf dem Haldenplateau in ca. 80 m Höhe geführt.
 
Die „Landschaftsader” am Haldenfuß ist für Wanderer, Radfahrer und Erholungssuchende ein beliebtes Ausflugsziel.
2009 erhielt der CarlAlexanderPark den deutschen Landschaftsarchitekturpreis. Aktuell ist der Park in der Kategorie „Zeitgenössische Parks“ für den in diesem Jahr erstmals durch das EGHN (European Garden Heritage Network) verliehenen Europäischen Gartenpreis nominiert. Die Verleihung findet am 6. September 2010 im Rahmen der Illumina in Schloss Dyck statt.
Die beiden zeitgenössischen Parks ergänzen das Angebot der Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas, da sie interessante Kontrapunkte zu den bisher meist historischen Parks und Gärten setzen, die sich in dem grenzübergreifenden Verein zusammengeschlossen haben.

Hintergrund:
Der Verein Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas hat 37 Mitglieder mit 56 Parks im Rheinland – und ist damit der erste grenzüberschreitende Verein in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden, in dem besonders schöne und hochwertige, zumeist historische Gärten zusammengeschlossen sind. Das Ziel der öffentlichen wie privaten Eigentümer dieser Parks und Gärten ist es, das wertvolle gartenkulturelle Erbe zu erhalten sowie die Gärten gemeinsam touristisch zu vermarkten.

Pressekontakt:
Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas e.V.
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