Im Rheinland hat sich aus der Dezentralen Landesgartenschau 2002 die Initiative der „Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas“ entwickelt. Sie arbeitet daran, die Gartenschätze diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze zu heben und touristisch zu vermarkten. So können das regionale Profil geschärft und beeindruckenden Kulturschätze sichtbar gemacht, erhalten und für ein breites Publikum zugänglich gemacht werden.
Die Gartenkunst, modern wie historisch, ist eine der Möglichkeiten, Antworten auf aktuelle Fragen der Zukunft unserer Städte und unserer Stadtgesellschaft zu geben. Zudem ist das „Schöne“ der Gärten ein Weg, einen fruchtbaren Dialog zwischen Städtebau- und Kulturpolitik und Wirtschaftspolitik zu erreichen.

Seit Ende der 90er Jahre sprießen auch in Deutschland Gartenmessen, –märkte und –festivals aus dem Boden. Pro Jahr strömen derzeit Hunderttausende nach Bad Muskau, in die Herrenhäuser oder die Potsdamer Gärten und das Dessau-Wörlitzer-Gartenreich. Diese Besucher bedeuten Einnahmen. Auch für NRW zeichnen sich vielversprechende regionale Entwicklungsperspektiven und messbare regionale Beschäftigungseffekte ab. Hinzu kommt, dass Natur und gestaltete Gärten das Image einer Kommune und einer Region entscheidend positiv prägen, was bei zahlreichen Unternehmen positive Bekenntnisse zum Standort und entsprechendes Engagement auslöst.

Das Museum der Europäischen Gartenkunst, Schloss Benrath und das Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur, Schloss Dyck arbeiten derzeit unter anderem mit dem Ziel zusammen, 300 Jahre Gartengeschichte mit der aktuellen Auseinandersetzung um die Zukunftsfähigkeit unserer Stadtlandschaften zu verzahnen. Ein gemeinsames wissenschaftliches Institut mit universitären Partnern (derzeit Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und RWTH Aachen) für Ausbildung und Forschung in der Gartendenkmalpflege soll mittelfristig daraus entstehen.